Jede Nacht ist anders in 3223 m: Gipfelbiwak auf der Schneeglocke

Zugegeben, weil die Ursprungsidee, dort oben auf dem Gipfel bei unserem Kreuz einmal über Nacht zu bleiben, zu einem großartigen Erlebnis wurde, entstand die Furzidee, in jedem Jahr mindestens einmal ein derartiges Angebot im Vereinsprogramm aufzunehmen und auch bei jedem Wetter durchzuführen. Es geht um ein Biwak, jedoch gelten besondere Auflagen: Kein Zelt, keine Luftmatratze und kein echter Schlafsack. Allerdings und dies auf jeden Fall: Ersatzunterwäsche, Zusatzkleidung und vor Allem ein mindestens einfacher Müllsack. Warum dieses Reglement? Wir sollten und wollten den Sternenhimmel über uns und um uns herum sehen, die Milchstrasse erkennen, wie sonst nie das Wettergeschehen einer Nacht hautnah erleben, die Kälte spüren ohne zu erfrieren und die Stille dort oben erfahren, in uns selbst hineinhören. Dies alles und auch den Stein, der im Rücken pickst, können wir im Zelt auf einer bequemen Luftmatratze im Daunenschlafsack nicht erfahren. Dann würden wir den Sonnenaufgang verschlafen. Ganz dunkel wird es dort oben nie, aber mit jeder Stunde steigt das Verlangen nach Helligkeit und Wärme , die Sehnsucht nach dem Sonnenaufgang. Und endlich wird es langsam heller. Die Wärme ist derzeit noch ungewiss, doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Und in der Tat, irgendwann erleben wir, ganz bewusst einen neuen Tag. Übrigens, " Biwak" kommt von "Beiwacht". Beim Biwak ist auch in der Nacht keiner allein, manchmal erklingt sogar zusammen ein Lied. Günter Scheid

Schneeglockenblick

Blick von der Schneeglocke nach der Biwaknacht September 1992 Öl-Gemälde V. Etgen, Dorf im Warndt
V. Etgen
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